Delia Grasberger

Privatpraxis Königinstr. 35A

München Schwabing

Stress & Überforderung

 

Von einem Schriftsteller ist bekannt, dass er einen alten braunen Strumpf auf seinem Schreibtisch liegen hatte. Er sollte ihn mahnen, entspannt zu sein, wie ein alter „zusammengefallener“ Strumpf. In diesem Zustand war er viel produktiver und schaffte es, leichter und lockerer zu arbeiten. Wissen Sie bereits, worauf ich hinausmöchte? Richtig, lernen Sie sich zu entspannen, und Sie werden wieder leichter eine neue Anforderung meistern können.

 

Grundübung des Autogenen Trainings mit der Entdeckung des Gelassenheitspunktes

 

Mit dem Autogenen Training kann man wunderbar entspannen. Ich selbst wende es häufig an. Allerdings macht die Übung den Meister, wobei es mit jeder Übung besser und besser klappt, und sich erste kleine Erfolge bereits nach kurzer Zeit einstellen. Nachfolgend möchte ich Ihnen eine Grundidee vom Autogenen Training vermitteln, so bekommen Sie eine ungefähre Vorstellung davon, wie es wirkt.

 

 

  1| Nehmen Sie eine entspannte Lage ein, Sie können entweder im Büro sitzen, oder zu Hause liegen und schließen Sie die Augen nach dem Lesen der Übung.

 

Im Sitzen stehen beide Beine nebeneinander fest auf dem Boden und die Hände ruhen auf den Oberschenkeln.

Im Liegen ruhen die Beine nebeneinander und die Hände neben dem Körper.

Den Kopf lassen Sie beim Sitzen leicht nach vorn fallen.

 

  2| Nun sagen Sie sich innerlich drei Mal langsam: „ich nehme mir jetzt Zeit für mich und bin ganz ruhig“.

 

  3| Dann stellen Sie sich vor, wie die Hände und die Unterarme langsam immer schwerer werden, bis sie schwer sind, wie ein Stein und Sie die Arme kaum noch anheben möchten. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür.

 

  4| Dann lassen Sie diese Schwere langsam weiter wandern, zunächst in die Oberarme, von dort aus weiter über die Schulter zum Kopf, der ebenfalls langsam immer schwerer wird.

Von dort aus lassen Sie die Schwere am Körper hinab wandern, zunächst in den Oberkörper, weiter in den Bauch, bis sich der Bauch mit seinen Organen ganz schwer anfühlt.

 

  5| Weiter wandert die Schwere in die Beine und in die Füße, bis der ganze Körper schwer geworden ist.

 

  6| Nun stellen Sie sich die gleiche Reihenfolge mit einem Wärmegefühl vor. Lassen Sie in Ihrer Vorstellung die Hände und Arme immer wärmer werden, bis sie ganz warm sind.

Dann lassen Sie die Wärme weiter wandern, über die Schultern zum Kopf. Die Stirn bleibt dabei kühl.

 

  7| Die Wärme wandert weiter, über den Oberkörper, von dort aus in den Bauchraum, in die Beine und Füße.

Nun ist der ganze Körper schwer und angenehm warm.

 

  8| Nun konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Sie atmen tief und gleichmäßig.

Mit jedem Ausatmen gleiten Sie tiefer und tiefer in einen Entspannungszustand.

 

  9| Sie spüren in die Wärme des Bauchraumes hinein, so, als ob Sie dort spazieren gehen und spüren die Geborgenheit, die vom Bauchraum ausgeht.

 

 10| Irgendwo gibt es in Ihrem warmen Bauchraum einen Punkt der Gelassenheit. Wandern Sie in Ihrer Vorstellung so lange im Bauchraum umher, bis Sie diesen Punkt gefunden haben.

 

 11| Verweilen Sie eine kurze Zeit bei diesem Punkt und prägen Sie ihn sich ein.

Wann immer Sie ihn brauchen, können Sie zukünftig zu diesem Punkt zurück kehren. Er wird von jetzt an Ihr Begleiter sein.

 

 12| Jetzt kommt die Aufwachphase. Atmen Sie einige Male kräftig ein und aus, spannen Sie dann die Arme an und beugen Sie die Unterarme an den Oberarm. Dann öffnen Sie die Augen. Sie nehmen wieder bewusst war, dass Sie in der Realität sind.

 

Basics

 

Planen Sie aktive und passive Entspannungspausen von vornherein.

Gehen Sie zwischendurch immer wieder auf Distanz zu Ihrer Arbeit.

Steigern Sie sich nicht in Sorgen und Ängste hinein.

Sehen Sie die Situation von der humorvollen Seite.

Suchen Sie Kontakte zu Freunden.

Lernen Sie „Nein“ zu sagen.

Reduzieren Sie Überengagement und Überfürsorge.

Finden Sie dazu Ihren persönlichen Rhythmus heraus.

Kümmern Sie sich um ihren Körper.

 

Der römische Philosoph Seneca erkannte: »Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.«

Denken Sie genau darüber nach, wenn Sie sich wieder überfordert fühlen.

 

 

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